NARD 2023 Bericht
Siebzig Milliarden Landtiere - 70 000 000 000 – werden Jahr für Jahr für menschliche Zwecke ermordet. Weil die Menschen es so gewohnt sind, weil sie den Geschmack mögen oder glauben, dass es notwendig und natürlich ist. Wassertiere und Tiere, die für andere Zwecke ausgebeutet werden, sind in dieser Zahl nicht enthalten.
Das unnötige Leiden und die Qualen der Tiere bleiben verborgen. Niemand will etwas davon sehen oder hören. Entpersonalisiert landen die Leichenteile abgepackt im Supermarkt, sodass es den Konsument*innen leicht fällt, die Realität von Sklaverei, Ausbeutung und Mord auszublenden.
364 Tage im Jahr sind wir Tierrechtsaktivist*innen laut und geben ihnen eine Stimme: In Form von Protesten, Demonstrationen, Debattierforen auf der Straße und online. Aber an einem Tag sind wir noch präsenter und noch lauter: Wir gehen für ein besonderes Event auf die Straße und geben den Opfern eine Stimme: Der NARD, der nationale Animal Rights Day, steht voll und ganz im Zeichen der Tiere. Wir berichten von den Qualen, der Ausbeutung und den Morden. Wir zeigen die Bilder der unzähligen Opfer. Wir trauern und weinen.
Am 4.6.2023, haben wir Aktivist*innen uns in Wien am Platz der Menschenrechte getroffen. Unverkennbar in schwarzen T-Shirts mit der NARD-Botschaft (Your Planet – Theirs Too) haben wir uns formiert und die Aktion mit einer Gedenk- und Schweigeminute gestartet. Es folgten Trauerreden und Nachrufe auf einzelne Lebewesen, die für die Menschen geknechtet und letztendlich ausgelöscht wurden: Legehenne, Masthuhn, Schwein, Fiakerpferd, Fisch, Milchkuh Kalb. Jedes einzelne Schicksal ein sinnloses, jeder Nachruf eine Anklage.
Gleich daneben fand die VeganMania statt, ein Fest mit Gastronomie und Konsum - vollkommen ohne Tierleid. Eine Vision für die baldige Zukunft, was alles möglich ist und wie einfach es gehen kann – wenn man es will.
Nach den Reden sind wir, die Trauergemeinde, vom Platz der Menschenrechte durch die Stadt bis zum Stadtpark gezogen und haben Tierrechts-Parolen gerufen: „There‘s no excuse for animal abuse“, What do we want? ANIMAL-LIBERATION! When do we want it? NOW!“. Auf der Wiese hinter dem Johann Strauß Denkmal wurden Lautsprecher und Mikrofone aufgebaut und wir haben uns auf die Vorträge gefreut. Bei den Trauerreden haben wir unsere Herzen berühren lassen und den Wunsch genährt, die Gewalt an Tieren zu beenden. Die Vorträge, die nun folgten, haben uns inspiriert, gestärkt und Mut gemacht: Geschichte des Veganismus, Basics zum Onlineaktivismus, Selfcare oder die wie wir beim Straßenaktivismus die Menschen erreichen können.
Es ist viel passiert an diesem Tag. Die Gewalt an Tieren ist omnipräsent und es gibt noch viel zu tun, sie zu beenden. Diese Veranstaltung hat Mut gemacht, hat Verbindung geschaffen und die gemeinsame Vision einer Welt ohne Versklavung und Ausbeutung gestärkt. Wir waren geschätzte 20-25 Leute, Fremde haben sich kaum dazugesellt. Aber sie haben uns wahrgenommen, haben die Plakate und Aufsteller gesehen und einige haben aus sicherer Entfernung den Vorträgen gelauscht.
Der lieb gemeinte Rat einer Passantin, die kurz mitmarschiert ist, die Botschaft sanfter zu vermitteln, mehr zu motivieren und zu ermutigen, freundlich, liebevoll und geduldig zu sein, weil die Menschen mit der schockierenden Wahrheit nicht umgehen könnten, hat mich zum gefühlt 1000-sten Mal einfach nur mehr genervt. Kein Verständnis und Mitgefühl für die Täter! Von uns bekommt ihr für eure Verbrechen keine Absolution. Stop Animal Abuse. NOW!!!
Ich freu mich auf den Tag, an dem NARDs der Geschichte angehören, weil die Tiere endlich Rechte haben und sie keiner Gewalt mehr ausgesetzt sind. Ich freu mich, wenn das letzte Schlachthaus schließt und Mensch und Tier in Frieden leben können.