Die vier Gründe, warum du noch nicht vegan bist

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Das Bestreben, möglichst energieeffizient zu arbeiten liegt in unserer Natur. Wenn wir erst einmal für ein Problem oder eine Aufgabe eine Lösung gefunden haben, dann bleiben wir gerne bei genau dieser Lösung. Zum Beispiel unser Essen: Wenn wir es gewohnt sind, in der Mittagspause einen Döner mit Fleisch zu essen, dann überlegen wir nicht lange und wiederholen das mit leichten Variationen. Wir haben gelernt, Fleisch, Käse, Eier zu essen und stellen das nicht in Frage, weil es ja alle es ja schon immer so gemacht haben.  Wir tun, was und wie wir es immer schon gemacht haben und wollen nicht ständig das Rad neu erfinden. Viele unserer Verhaltensweisen haben wir erlernt, sie haben sich bewährt und wir denken nicht mehr darüber nach.  

Wir haben früh gelernt, manche Tiere zu lieben und haben im Streichelzoo Schweinchen und Lämmchen gekrault. Die Verbindung zwischen dem Streicheltier und dem Essen am Teller hat man uns verschwiegen. Denn alle lieben Tiere. Das gehört sich so. Kinder wollen keine fühlenden Wesen auf ihrem Teller haben und sie essen. Aber als Kinder wurden wir nicht gefragt, ob wir es gut finden, dass für die Kalbspariser im Semmerl ein Tierkind ermordet wurde. Wir wurden nicht gefragt, ob wir Wollsocken wollen, Lederschuhe oder eine Hautcreme, für die Tiere bei Tierversuchen im Labor leiden mussten. Wir wuchsen auf im Glauben, die Tiere im Zirkus oder am Reiterhof finden es genauso lustig wie wir, wenn sie uns mit Kunststücken unterhalten und sich unserem Willen unterwerfen. Unsere Eltern und anderen Erziehungspersonen haben das kaschiert, haben gelogen und verdeckt, was das Zeug hält.

Bis man dann endlich die Verbindung selbst herstellt, ist es längst zur Gewohnheit geworden: Es schmeckt einem gut, man hat sich so sehr daran gewöhnt, man will nichts mehr daran ändern. Was würden denn die anderen sagen. Ein Konflikt, ein Drama. Aber am besten nicht weiter drüber nachdenken. Machen ja alle so!

In dieser kurzen Passage sind bereits alle gängigen Gründe, nicht vegan sein zu wollen enthalten. Das Hauptproblem ist, dass Tiere nicht den Status einer Persönlichkeit haben. Die „Haustiere“ sind noch am besten dran, weil man sie unserer Tradition entsprechend nicht ermordet, um sie dann auf den Teller zu hauen oder ihnen für Schuhe die Haut abzuziehen. Die Nutztiere hingegen sind reine Objekte, Produktionsmittel und die ärmsten Lebewesen auf dem Planeten. Sie werden gezüchtet, um ausgebeutet, gequält und ermordet zu werden. Pervers und einfach nur krank. Ihr Leiden wird versteckt, verschwiegen und geleugnet. Tiere zu essen oder ihre Ausscheidungen zu stehlen, ist nur ein Teilaspekt der großen Ungerechtigkeit und der Verbrechen an fühlenden Wesen. Aber Essen ist omnipräsent und dient als gutes Beispiel, um diese aufzuzeigen.

1)     Tradition

Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, in der es zur Kultur gehört, Fleisch zu essen und andere tierische Produkte zu konsumieren. Zudem wird Essen stark an Erinnerungen und Emotionen gekoppelt. Viele wunderbare Ereignisse sind fest mit einem bestimmten Essen verbunden: Der Fisch zu Weihnachten, der Osterschinken im Kreis der Familie, Steakessen mit den Kolleg*innen, Eisessen mit den Freund*innen, Brunchen gehen zum Geburtstag. Der Schweinsbraten bei der Oma! Das Schnitzel bei der Mama. Das Tiramisu, die Kardinalschnitte, der Milchkaffee und die Pralinen. Essen, Wohlbefinden, Glück. Bloß nicht daran rütteln. Tradition geht über das persönliche Umfeld hinaus. Tradition betrifft Familien, Familienverbände, Gemeinschaften, Einrichtungen, öffentliche Strukturen bis hin zu unserer „gemeinsamen Geschichte“. Essen ist Kultur und Identität. Krank. Und so verwundert es nicht, dass der Fleischkonsum als Geburtsrecht verstanden wird. Jeder Versuch, die Essgewohnheiten kritisch zu hinterfragen wird als Anschlag auf die Tradition und die Persönliche Freiheit interpretiert. „Wir lassen uns das Schnitzel nicht verbieten!“. Der Konsum tierischer Produkte ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird sogar vorausgesetzt. Abweichungen von der Norm sind unerwünscht.

2)     Gewohnheit

Wenn man nun ein Weilchen im Strom geschwommen ist und das gegessen und getragen hat, was man halt so isst, und am Körper trägt, völlig unreflektiert natürlich, dann kann man es sich kaum mehr anders vorstellen. Man hat sich an den Geschmack gewöhnt und findet es gut. Man verhält sich der Norm entsprechend und vermeidet es, darüber nachzudenken. Menschen mit abweichenden Meinungen werden als Spinner*innen abgetan. Man will in Frieden leben, essen, was einem schmeckt und sich von niemandem etwas vorschreiben lassen. Man arbeitet schwer und hat es sich verdient, sich zu belohnen.

3)     Geschmack

So vertraut ist das Essen, so einzigartig in Geschmack, Textur, Gaumengefälligkeit, dass es durch nichts ersetzt werden kann. Man will nur das Original! Nur echtes Fleisch schmeckt richtig, nur echter Käse befriedigt die Geschmackspapillen und nur echte Milch und echtes Obers machen richtig satt und glücklich. Viele Jahre - wenn nicht Jahrzehnte - langer Konsum tierischer Produkte haben den Gaumen verdorben. Alles soll so bleiben, wie es ist. Das kenne ich, das will ich weiter so haben. Bestätigt wird die eigene Meinung vom persönlichen Umfeld, vom Angebot im Supermarkt, von Medien und Werbung: „Nur das Echte ist gut genug für dich. Sei kein Schwächling!“

4)     Bequemlichkeit

Wenn man am Essverhalten etwas ändern will, muss man sich informieren, ausprobieren, lernen und sich auf neue Erfahrungen einlassen. Das ist ein Experiment, das braucht Zeit und viel Aufmerksamkeit. Das ist Arbeit. Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens Phasen durchlebt, wo sie auf tierische Produkte verzichten wollten und sich vorübergehend umgestellt haben. Aber irgendwann war es dann zu anstrengend und sie sind wieder zu ihrem alten Modell und ihren Gewohnheiten zurückgekehrt. Da funktioniert alles wie im Schlaf, man muss nicht viel darüber nachdenken: In der Kantine das Menü essen, im Supermarkt das Übliche einkaufen, bei der Familienfeier keinen Aufstand machen, indem man etwas Veganes verlangt. Das ist viel praktischer, als sich immer wieder erklären müssen und das eigene Verhalten laufend mit den eigenen ethischen Vorgaben abzugleichen. Und außerdem sind wieder alle lieb zu einem.

 Tradition, Gewohnheit, Geschmack und Bequemlichkeit. Das sind tatsächlich die Gründe, unschuldige Wesen ins Schlachthaus zu schicken und ihnen die Kehle aufschlitzen zu lassen! Diesen vier Gründen liegt eine einzige Motivation zugrunde: FAULHEIT! Mord, Folter und Versklavung nur weil die Menschen zu faul sind, ihr Gehirn und ihr Herz zu benutzen. Echt jetzt? Shame on all you nonvegans!

Bist du auch noch faul oder willst du es richtig machen?

Lege deine Faulheit ab und beweg deinen Arsch. Beende die Tierquälerei, lebe vegan und werde AKTIV für die Tiere.

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NARD 2023 Bericht

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Holocaust der Tiere