Vegan geworden… was nun?
Herzlichen Glückwunsch, du bist vegan. Du bist nicht mehr Teil der mörderischen Tierausbeutung, achtest darauf, nach bestem Wissen und Gewissen die Tiere in Ruhe zu lassen und hast dir deinen guten Schlaf mit einem guten Gewissen als Ruhekissen redlich verdient. Aber soll das schon alles gewesen sein? Nein! Nicht wenn es nach uns Tierrechtsaktivist*innen geht!
70 Milliarden Landtieren werden jährlich für den menschlichen Verzehr, Konsum und Gebrauch gequält und ermordet. Da sind die Tiere aus dem Meer und Süßwasser noch nicht mitgerechnet. Diese Zahl ist einfach unvorstellbar und viel unvorstellbarer noch das immense Leiden dahinter.
In einem von Speziesismus geprägten Umfeld gilt diese Ausbeutung als völig natürlich, normal und notwendig. Sie in Frage zu stellen stellt einen Tabubruch dar. So lernen Kinder schnell, ihren Eltern zu vertrauen, wenn sie ihnen vorlügen, dass es den Tieren eh nichts ausmacht, den Menschen zu dienen, dass es ihnen Spaß macht, dass sie keine Schmerzen fühlen und das Ganze überhaupt nicht mitbekommen. Die Tiere, deren Kinder, Ausscheidungen und Milch gestohlen werden oder die gar gleich ermordet werden, leben glücklich auf Weiden, Wiesen und in warmen kuschligen Ställen. Das sind die Bilder der Agrarindustrie! Sie wollen uns glauben lassen, alles sei ok.
Irritiert horchen manche Menschen immer dann auf, wenn wieder einmal ein Skandal in der landwirtschaftlichen Tierhaltung aufgedeckt wird: Tiere stehen bis zum Hals in der Scheiße, haben schwere Krankheiten und Verletzungen oder verhungern. Dann werden die Missstände als absolute Ausnahme dargestellt, Maßnahmen angekündigt und die Carnis leben glücklich weiter wie bisher. Tatsächlich sind diese „Ausnahmen“ nur logische Folgen eines Systems, in dem fühlende Lebewesen als Produktionsmittel und Handelswaren nach der Profitlogik unseres Wirtschaftssystems angesehen werden. So lange Tiere Objektstatus haben, wird sich daran nichts ändern.
Wenn du vegan bist, das System durchschaut und das immense Leiden dieser fühlenden Mitlebewesen erkannt hast, dann musst deine Stimme erheben und dich für sie einsetzen. Werde Aktivist*in und somit ein Sprachrohr für die Tiere.
Veganismus ist per definitionem weder Lifestyle noch Klimabeitrag. Veganismus ist eine ethische Haltung und das Versprechen, sich für die ärmsten Kreaturen auf dem Planten einzusetzen und sie, wenn es in unserer Macht steht, bestmöglich in Ruhe zu lassen.
Du kannst auf viele Arten Aktivismus machen: Auf Social Media kommentieren und eigene Beiträge gestalten, dein unmittelbares Umfeld regelmäßig auf die Verbrechen an den Tieren hinweisen oder in einer der vielen Formen von Straßenaktivismus tätig werden. Wofür du dich auch entscheiden magst, das Wichtigste ist, dass du etwas tust! Warte nicht, bis du gefragt wirst, starte einfach durch. Sprich mit deinen Freund*innen, mit der Familie, bestehe auf veganen Optionen, wenn du mit anderen essen gehst, sei lästig und geh den Leuten ordentlich auf den Sack.
Veganismus ist viel mehr als eine persönliche Entscheidung! Veganismus ist ein Commitment, sich ethisch korrekt zu verhalten. Das darf nicht nur, sondern muss ausgesprochen werden. Der Vorwurf, Veganer*innen fühlen sich ethisch anderen überlegen, stimmt. Weil wir Veganerinnen es unterm Strich einfach sind. Nicht der Überlegenheit willen sondern wegen der Tiere. Wir wollen nicht, dass anderen irgendetwas widerfährt, was wir selbst nicht wollen: Kein Eingesperrtsein, kein gequält, bestohlen, ausgebeutet und ermordet werden. Nichts. Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Das lernen wir als Kinder schon sehr früh, aber kein Mensch hält sich daran, wenn er nicht vegan lebt!
Es ist unsere Aufgabe, das aufzuzeigen. Nicht um die Leute zu ärgern, sondern um für die Tiere zu sprechen. Denk immer daran, was die Tiere sich von uns wünschen würden. Stell dir einfach immer vor, du bist im Auftrag er Tiere unterwegs! Das hilft mir immer! Es ist mein „WARUM“ und meine Antwort auf blöde Fragen und Pöbelei von Omnis.
Wenn man vegan geworden ist, kann man beobachten, wie nach und nach die trüben Schleier verschwinden, der Informationsnebel sich lichtet. Und dann sieht man sie, die nackte, brutale Wahrheit.
Es kann streckenweise passieren, dass es einem fast das Herz zerreißt, dass man traurig und depri wird. Das nennt man Vystopie. Das ist normal. Gratulation, du bist ein Mensch mit Gefühlen und einem starken Gerechtigkeitsempfinden. Aber man kann dagegen etwas tun:
- Laut und aktiv sein
- Eine Runde heulen und sich wieder aufrappeln
- Gleichgesinnte suchen und sich gegenseitig unterstützen
- Gut für dich sorgen.
Auf dieser Website haben wir essentielle Informationen zusammengetragen, damit jede Person sofort handeln kann. Wir haben einen Guide über Aktivismus und Berichte über bereits stattgefundene Events. Wo und wann Tierrechtsaktivitäten geplant sind, findest du auf www.animalrightscalendar.org. Du kannst dich zum Newsletter anmelden, im Shop coole Kleidung mit Tierrechtsbotschaften kaufen oder Geld spenden, wenn du in der glücklichen Lage bist, etwas abgeben zu können.
Wir haben ein großes Ziel. Wir wollen die Ausbeutung der Tiere beenden. Es ist ein langer Weg. Aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Mach du deinen!